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News

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2017/II

Neue Forschungsergebnisse zu einer möglichen Typeneinteilung der Mi.-Nr. 221 - Studienergebnisse angezweifelt

 

Augenscheinlich unterschiedlich breite Rahmen zeigen sich bei der Marke SBZ Allgemeine Ausgaben „Persönlichkeiten aus Politik, Kunst und Wissenschaft“ zu 25 Pfennig (Mi.-Nr. 221).

 

Abbildung Mi.-Nr. 221 mit dünnem (links) und breitem Rahmen (rechts)

 

In einer Studie wurde untersucht, ob aufgrund dieses Merkmals eine allgemeingültige Einteilung in Typen möglich und sinnvoll ist. Die Studie, veröffentlicht im Club- Journal Nr. 77 (1/2017) des Philatelistenclubs Berlin Mitte mit der Arge „DDR- Spezial“ unter dem Titel „Unterscheidung von Typen der Wertstufe zu 25 Pfennig – Rudolf Virchow – aus der Freimarkenausgabe „Persönlichkeiten aus Politik, Kunst und Wissenschaft“ kommt zum Ergebnis: Es gibt Unterschiede in der Breite des weißen Außenrahmens. Klare Grenzen können aber nicht definiert werden.
Die vollständige Studie finden Sie hier.

 

Herr Dr. Burkhardt, inhaltlicher Leiter der Arbeitsgruppe „Köpfe/Pieck“ in der Arge „DDR- Spezial“ und Prüfer im Prüferbund „VPEX“ veröffentlichte umgehend auf seiner Homepage einige Fragen mit Zweifeln an der Vorgehensweise und den Ergebnissen dieser Studie.

 

Der Text beginnt mit:
„Im CJ der Arge DDR- Spezial erschien ein viele Seiten unfassender Artikel zur Typen- Katalogisierung bei 221“.

 

Antwort: Gegenstand der Untersuchungen war die Frage, ob eine allgemeingültige Aussage zu einer Typeneinteilung getroffen werden kann oder nicht. Herr Dr. Burkhardt impliziert in seiner Texteinleitung bereits, dass es Typen gibt. Nach Kenntnisstand des Autors der Studie finden sich in keiner Publikation vor der in Rede stehenden Studie Untersuchungen zur möglichen Katalogisierung und Prüfung von Rahmentypen bei dieser Briefmarke.

 

Zu den einzelnen Punkten:
“1) wenn man schon mal die 3 Messwerte hat und die Breite des Umrandungs-Zwischenraumes errechnet, warum schließt man nicht die Breite des Rahmens als wesentliche Fehlerquelle direkt aus? Die beiden Messwerte sind ja vorhanden. Fazit: Das Studiendesign ist fragwürdig.”

 

Antwort: Dieses Statement lässt den Leser etwas perplex in der Ecke stehen. Die beschreibene Statistik findet sich in den entsprechenden Graphen. Ein gewisses Grundwissen über die Planung und Durchführung von Studien mit entsprechender Fehlerbeschreibung und Fehleranlyse, einschliesslich des Lesens der Diagramme setze ich zugegebenermaßen voraus.

 

“2) Es wird eine grobe Einteilung nach Papieren (bisher nicht veröffentlicht) und UV-Farben vorgenommen. Letztere läuft möglicherweise entlang der Farben a, b und c nach VP und VPEX, allerdings werden andere Prüfer und deren Katalogisierung ganz verschämt weggelassen. Warum kann man nicht nachmessen, ob wirklich alle Farben dabei sind? Fazit: Die Vollständigkeit der Stichprobe ist fragwürdig.”

 

Antwort: Es handelt sich bei diesem Artikel um einen Beitrag zu möglichen Typenunterscheidungen anhand eines Rahmens. Dieser ist aufgrund fehlendem Farbmittelauftrag unbedruckt. Farbuntersuchungen oder gar Farbmessungen passen daher nicht so richtig und waren ganz nebenbei auch nicht Gegenstand dieser Studie.

 

“3) Es wurde keine geprüfte Marken beider Typen einbezogen, jedenfalls ist das nicht erwähnt.”

 

Antwort: Ich danke Herrn Dr. Burkhardt für seinen Einwand bezüglich eines “richtigen” Studiendesigns. Geprüfte Marken stellen einen Bias für derartige Studien dar, wodurch die Ergebnisse auch unbewusst verfälscht werden können. Daher sind geprüfte Marken bewusst nicht berücksichtigt worden. Hierbei handelt es sich um ein generelles Problem von Untersuchungen jeglicher Art, nicht nur in der Welt der Philatelie.

 

“4) Der als Beispiel im Artikel gezeigte "Quetschrand" ist ein stabiles Feldmerkmal von Platte 4: Alle Marken von Feld 50 in FF2 (Platte 4) weisen diese Veränderung auf, es gibt keine Marke, die es nicht aufweist. Es ist also eine herstellungsbedingte Veränderung der Platte und kein Fehler der Buchdrucks. Nachzusehen auf allen 7 von 7 Bögen in der Bogendatenbank, in den dieses Feld vorhanden ist. 6 Bilder zur Verdeutlichung siehe unten”

 

Antwort: Dass verschiedene Marken eines Bogenfeldes eine Veränderung im Druckbild aufweisen, bedeutet nicht automatisch, dass es sich um eine spezifische herstellungsbedingte Eigenart einer Platte handelt. Es kann sich hier im speziellen Fall auch nicht um ein Feldmerkmal handeln, welches dann auf allen gezeigten Marken unterschiedlich aussieht und wandert. Dieses doch sehr fragwürdige Konstrukt möge auf den ersten Blick plausibel erscheinen und für einzelne Marken zutreffen. Was geschieht mit anderen Marken, die sich nicht entsprechend einordnen lassen? Eine systematische und nachvollziehbare Untersuchung wird jedenfalls nicht beigebracht. Schnell mal ein paar Bildchen kopiert und fertig. Dies kann nicht Anspruch an qualifizierte philatelistische Forschung sein und wird es in der Zukunft auch nicht.

 

Desweiteren, Quetschränder stellen keine Fehler des Buchdruckes dar. Hier werden mal wieder bewusst falsche Inhalte vermittelt. Ich habe nicht umsonst zwei Bücher zitiert.

 

“Fazit: Der Autor will beweisen, dass es kein Y-Wasserzeichen gibt. Er nimmt 100 Marken und prüft sie auf X oder Y. Kein Y dabei. Also existiert es nicht. Nicht prüfbar.”

 

Antwort: Der Punkt ist, in der Studie sind Wasserzeichen X und Y gefunden worden, die sich jedoch nicht allgemein zu Typen zuordnen lassen. Wir diskutieren hier nicht auf der Ebene Wasserzeichen X und Y.

 

“Vielleicht hätte er 10.000 Marken absuchen sollen oder sichergehen, dass eins dabei ist.”

 

Antwort: Die Validität nimmt mit steigender Anzahl untersuchter Phänomene zu (hier Breite des Rahmens), dem stimme ich zu. Nur, um allgemeingültige Aussagen treffen zu können, müssen auch alle, und wirklich alle, Phänomene in eine Type passen. Fallen schon bei kleinen Untersuchungsgruppen einige Marken aus dem Raster, können keine allgemeingültigen Aussagen getroffen werden. Man kann sich die Messungen bei den anderen 9900 Marken dann getrost sparen.

 

“Ist der Artikel vielleicht nur polemisch gemeint? Ernsthafte Forschung beginnt beim Versuchsaufbau, dem richtigen Studiendesign und den richtigen Partnern, die daran schon mal gearbeitet habe. Bei mir hat er nicht um Hilfe nachgefragt, bei meinem Ko-Autor Wolfram Podien vielleicht?”

 

Antwort: Meine oben gemachten Ausführungen beantworten auch diesen Punkt. Die Art und Weise der hervorgebrachten Kritikpunkte zeigt, dass seitens des Fragestellers nicht ausreichend nachgedacht wurde und unreflektiert Kritik nur der Kritik wegen hervorgebracht wurde. Die Fragen zeigen auch mehr als eindeutig eine sehr oberflächliche Betrachtungsweise von Sachverhalten. Dem kann man sich anschliessen oder nicht. Einen Kommentar über richtige Partner möchte ich hier bewusst nicht abgeben.

 

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